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Vom Bio-Bauern ins Regal – das ist das Motto der Neuauflage unseres Ja! Natürlich Weblogs!
Begleiten Sie in den nächsten Wochen und Monaten unser Team, und seien Sie bei den einzelnen Produktionsschritten von Brot, Milch und vielen anderen Ja! Natürlich Produkten hautnah dabei!

Diashow vom Sonnenblumenfeld

Beim Besuch hat unser Ja! Natürlich Team diese Bilder von den Feldern von Peter Zolles gemacht und in einer Diashow zusammengefasst.

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Vor den Sonnenblumen kommt der Dinkel

Ich fahre mit Peter ans andere Dorfende, wo er vor einem schönen Dinkelacker Halt macht. Dinkel ist ein Wintergetreide und wird im Herbst gesät. Auch hier muss der Boden vor der Aussaat gründlich vorbereitet werden. „Nächstes Jahr werde ich hier Sonnenblumen oder Soja säen. Dinkel ist eine optimale Vorfrucht für diese Hackfrüchte“, erzählt Peter. Nach Sonnenblumen dagegen bestellt er meist Roggen oder Hafer, beides anspruchslosere Getreidearten, die es der Sonneblume nicht krumm nehmen, dass sie den Boden eher auszehrt und nur wenig Nährstoffe für andere Pflanzen hinterlässt.


Bild: Nicht jedes Jahr können Sonnenblumen angepflanzt werden

Dinkel zählt zu den ältesten Getreidearten und ist aus den Urweizenarten Einkorn und Emmer hervorgegangen. Vom ertragreicheren Weizen beinahe verdrängt, erlebte Dinkel besonders im Biolandbau eine Renaissance. Auch Peter favorisiert den robusten, genügsamen Dinkel, der durch seine Wuchshöhe die Beikräuter gut unterdrückt und auch wenig Sorgen bezüglich Krankheiten bereitet.


Bild: Der Mähdrescher zieht seine Runden

Im Gegensatz zu Weizen sind Dinkelkörner von einer dicken Spelze, die sich beim normalen Dreschen nicht löst, umhüllt. Diese Spelzen werden später durch ein spezielles Schälverfahren entfernt. Voller Erwartung begutachtet Peter auch dieses Feld. Wenn er mit seinem Mähdrescher diesen Dinkelacker geerntet hat, wird mittels Traktor und Anhänger an Biogetreidehändler Johann Pinczker und in der Folge an Ja! Natürlich geliefert. Eine kleine Menge geht jedes Jahr aber auch an Peters Freund Michael Putz. Der junge aufstrebende Meisterkoch betreibt in Raiding das kleine, feine Restaurant „Koch Kunst“. Dorthin lädt mich Peter noch zum Mittagessen. Es gibt Rindsbraten mit köstlichem Dinkel als Beilage – natürlich aus Peters vorjähriger Ernte.

Fruchtbare Böden ohne Chemie

285 PS stark ist Peters größter Magnum-Traktor von Case IH aus den USA, nicht viel kleiner sein grüner „716er Vario“ von Fendt, Edel-Traktorenmarke aus Deutschland. Zwei weitere Traktoren, zwei Mähdrescher und einen umfangreichen Maschinen- und Gerätepark für die Saat und Pflege seiner Pflanzen sowie den Transport der Ernte benötigt Peter Zolles, um die zwei etwa 50 km voneinander entfernten Betriebe (einer gehört seiner Frau) zu bearbeiten. Sein Motto dabei: „Das Hauptaugenmerk gilt den Böden, den Pflanzen und der Witterung.“ Mit einer auf die Boden- und Pflanzenansprüche abgestimmten Fruchtfolge wird bewirkt, dass Peter weder zusätzlichen Handelsdünger noch chemisch-synthetische Spritzmittel einsetzen muss. Das erfordert natürlich viel Erfahrung – und Umsicht, denn kaum ein Jahr ist wie das andere.


Bild: Peter Zolles, mit Leib und Seele Biobauer

Ich fahre mit Peter zu einem seiner Sonnenblumenfelder. Die Zeit der goldgelben Hauptblüte ist bereits vorbei, die meisten Blütenblätter sind bereits braun verfärbt, nun beginnt die Zeit der Kornfüllung. Spätestens im Oktober wird auch dieses Feld geerntet, die Körner sollen über den Winter in einer Ölmühle im Waldviertel zu bestem Bio-Speiseöl gepresst werden. Peter ist mit dem aktuellen Vegetationsstand seiner Kultur zufrieden. Die Pflanzen haben prächtige Blütenköpfe gebildet. Passen nun die kommenden Niederschläge – im eher trockenen „Blaufränkischland“, wie seine Heimatregion auch genannt wird, nicht immer optimal - dann rechnet Peter mit einer guten Ernte.

Dass er gerade heuer auf diesem Feld Sonnenblumen gesetzt hat, hängt wiederum mit der ausgefeilten Fruchtfolge zusammen. In fünf- bis sechsjähriger Folge reiht der Biobauer die einzelnen Kulturen, auf zwei Jahren Luzerne folgen Weizen und Dinkel, danach Sojabohne oder Sonnenblumen und auf diese wiederum Getreide und Luzerne. Mit Gemenge aus Leguminosen und Gräsern, die Peter zudem dazwischen sät, auch über den Winter am Feld belässt und hernach einarbeitet, verbessert er den Nährstoff- und Humusanteil der Böden. Anders als Kunstdünger schmeckt das auch den Regenwürmern.


Bild: Die Natur bei der Arbeit

Gepflanzt wurden die Sonnenblumen Ende April, bei 10 °C Bodentemperatur. Eine spezielle „High Oleic“-Sorte mit hohem Kornertrag und Ölgehalt und besonders widerstandsfähig gegen Pflanzenkrankheiten. Das Besondere an dieser Sorte ist der hohe Anteil an Ölsäure im Fett, der zum Teil sogar noch höher liegt als bei Olivenöl. Diese einfach ungesättigt Fettsäure hat mehrere Vorteile: Zum einen hat sie einen positiven Einfluss auf die Blutfettwerte und ist vom menschlichen Körper gut verwertbar und verdaulich. Außerdem sind einfach ungesättigte Fettsäuren deutlich hitzebeständiger als mehrfach ungesättigte. Dadurch eignen sich “High-Oleic”-Öle auch wesentlich besser zum Erhitzen als herkömmliches Sonnenblumenöl.

Nicht zu seicht und nicht zu dicht wird angepflanzt, um unerwünschte Beikräuter in den ersten Wochen mit Striegel und Hackgerät entfernen zu können, ohne den jungen Sonnenblumenpflänzchen zu schaden. 60.000 Körner werden so auf einem Hektar Ackerland ausgelegt. 90 % davon werden im Herbst die schwarzen Körner liefern.


Bild: Erhobenen Hauptes ragen die Bio-Sonnenblumen empor

Probleme mit schädlichen Insekten hat Peter auf seinen Feldern nicht. Nur mit Ackerkratzdisteln hat auch er zu kämpfen. Gegen die helfe zwar Chemie, aber die ist im Biolandbau tabu, weshalb Peter mit seinem “Grubber“ die befallenen Flächen immer wieder bearbeitet und so die Wurzeln der Disteln zerstört. Vernachlässigbare Schäden verursachen manchmal auch Vogelschwärme, die nach seinen Sonnenblumen gieren. „Oder Hasen, die von meinen Felder besonders angelockt werden. Aber da kann man wenig machen“, meint Peter. Verschmitzt ortet er die Ursachen einfach im besseren Geschmack seiner Biofrüchte.


Bild: Sie wachsen für Ja! Natürlich

Behutsam streift er die Pflanzen entlang und prüft die Blätter auf allfällige Krankheitssymptome: „Alles in Ordnung. Wichtig ist schönes Wetter in den letzten zwei Wochen vor der Ernte. Zu viel Regen auf die dann schweren Köpfe führt nämlich oft dazu, dass die Pflanzen fallen oder sich zwischen den Körnern auch Schimmel bildet.“ Morgen berichte ich noch über Peters Dinkelproduktion.

Dem Zufall keine Chance

Mein erster Besuch Ende Juli bei unserem Sonnenblumenbauern fällt buchstäblich ins Wasser. Stürmischer Wind peitscht übers Land, der Himmel hat wie selten seine Schleusen geöffnet und an einen Rundgang über den Hof oder gar durch die einzelnen Kulturen des Biobetriebes ist nicht zu denken. Dafür hat Peter Zolles an diesem verregneten, mit nur 13 ° C in Raiding wahrscheinlich sogar kältesten Tag im heurigen Sommer Zeit, mir alles über seine Sonnenblumen und den Dinkel zu erzählen.


Bild: Gute Laune trotz schlechten Wetters bei Familie Zolles

Einige Tage später breche ich nochmals ins Burgenland auf, wo der zweifache Vater von Laura, 6, und David, 4, mit seiner Frau Judith und einem Maschinenring-Mitarbeiter zwei Biobetriebe mit insgesamt 200 Hektar Fläche bewirtschaftet. Und dann geht es bei schönem, heißen Wetter wirklich hinaus auf die Felder.

Während der Getreideernte im Hochsommer ist der gelernte Agraringenieur mit Landtechnik-Ausbildung in Wieselburg ein viel beschäftigter Mann, steuert er dann doch selbst einen seiner zwei Mähdrescher oder bringt bis spät in die Nacht sein Biogetreide zu den jeweiligen Sammelstellen der Bioprodukte Pinczker GmbH, die für den Weitertransport zu den Mühlen und sonstigen Verarbeitern verantwortlich zeichnet.


Bild: Blauer Himmel, gelbe Sonnenblumen

Der 39-jährige Biobauer überlässt kaum etwas dem Zufall, ein penibler Techniker eben, der seine tägliche Arbeit systematisch plant und bewerkstelligt. Die aktuellen Wetterprognosen werden täglich übers Internet eingeholt, die Böden und Pflanzen seiner Felder kontinuierlich beobachtet und die einzelnen Arbeitsschritte von der Ackervorbereitung und den Anbau bis zur Ernte immer wieder neu überdacht und an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst.

Kein Stein ist auf dem anderen geblieben, seit Peter im Jahr 2000 den elterlichen Betrieb, damals noch mit Stiermast und Weinbau, übernommen hat. Die Tierhaltung hat er aufgegeben, die Weingärten an seine Schwester abgegeben, dafür laufend neue Äcker dazugepachtet. Und da ihn der Biolandbau schon immer interessiert hat, wirtschaftet Zolles nach zweijähriger Umstellungsphase seit 2002 zu 100 % biologisch, baut neben Weizen, Roggen, Hafer und Dinkel auch Soja, Sonnenblumen oder Luzerne an und produziert dazwischen seine eigenen Zwischenfrüchte als einzigen Gründünger für die Böden. Worauf der Biobauer dabei besonders achtet, darüber berichte ich morgen.

Sonnenblumenöl aus dem Burgenland

Auf den Felder unserer Biobauern wird in diesen Wochen die Getreideernte eingefahren: Weizen, Dinkel, Gerste, Roggen und Hafer bester Bioqualität, um daraus Mehl, Brot und Backwaren für „Ja! Natürlich“ zu produzieren. Noch bis in den Herbst hinein stehen dagegen die mittlerweile verblühten Sonnenblumen am Acker und bilden derzeit volle Körner aus. Ich war dieser Tage bei Peter Zolles im Burgenland: Er produziert für uns Sonnenblumen für Speiseöl und stand unmittelbar vor der Ernte seines Dinkel. Ab morgen folgt mein Bericht.

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