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Vom Bio-Bauern ins Regal – das ist das Motto der Neuauflage unseres Ja! Natürlich Weblogs!
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Alois’ Lieblingssorten

Zurück am Hof setzte ich mit Alois noch auf eine schattige Bank. Schließlich wollte ich noch etwas mehr über seine Paprika erfahren. Alois holte ein Körbchen mit erntefrischem Paprika.

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Wenn er über die bereits erwähnte Sortenfülle spricht, flackert es feurig in seinen Augen. „Ferenc Tender“ etwa habe hellgelbe, dickfleischige und spitze Früchte und einen herrlich süßen Geschmack, ähnlich ist auch „Pusztagold“. Ursprünglich aus der Türkei stammt der „Antalya’dan“, ein dunkelroter, sehr süßer Vertreter der spitzen Art. Optimal zum Einlegen ist „Korosko“, für „gefüllte Paprika“ empfiehlt mir Alois dagegen den scharfen „Mustafa“, weil sehr platzfest. Schokoladenbraun reift die Sorte „Sweet Chocolate“, mit geschmackvollem Fruchtfleisch. Und besonders geeignet für süßes Paprikapulver ist der milde „Pfefferoni Wieser“.

Bevor ich mich mit meinem Film- und Fototeam wieder auf den Weg mache, fragte ich Alois noch, welche Sorte er eigentlich am liebsten habe? Die Antwort folgt prompt. Alois hat zwei Lieblingssorten. Geschmacklich liebe er die ‚Paradeisfrüchtig Frührot’. Sie sähen ähnlich aus wie ein Fleischparadeiser und wären sehr aromatisch. Was aber den Arbeitsaufwand bei Anbau und Pflege anginge, ist ihm der leuchtend rote Gemüsepaprika ‚Dulce Italiano’ am liebsten, eine gerade für den Bioanbau besonders unkomplizierte und schöne Frucht.

Gefinkelte Strategie

Kunstdünger und chemische Spritzmittel sind am Betrieb von Alois Posch seit 2001 tabu. Das wird auch streng kontrolliert. Unangemeldete Kontrolleure der Biokontrollstelle oder die AMA prüfen stichprobenartig die strengen Bio-Auflagen. Sämtliche Biogemüselieferanten an Billa oder Merkur, so auch der Hof von Alois, unterliegen neuerdings auch der EUREPGAP Zertifizierung. Diese garantiert die Lebensmittelsicherheit mit noch strengeren Regeln etwa für Hygiene, Arbeits- und Umweltschutz. So werden auch in den Folientunneln bei Alois Posch Blattproben gezogen und auf verbotene Pflanzenschutzmittel untersucht. Für Alois kein Problem, denn er meint ohne mit der Wimper zu zucken, je strenger die Kontrollen, desto weniger unseriöse Trittbrettfahrer würden auf den Bio-Zug aufspringen.

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Mit Schädlingen oder Krankheiten hat Alois in seinem Gemüsereich aber auch ohne Chemie-Keule nicht zu kämpfen. Denn er hat ein ganzes Heer an wichtigen Helfern, und das unter und über der Erde, wie er mir lachend versichert. Um die wichtigen Lebewesen im Boden zu fördern, „impft“ er seinen Hühnermist mit gut 80 verschiedenen natürlichen Bakterien und Mikroorganismen, gewonnen etwa aus Kompost. Alois sagt, darauf schwöre er und zeigt auf den Schlauch seiner Tröpfchenbewässerung. Über das Gießwasser werden weitere Bodenverbesserer wie Mykorrhizapilze direkt zu den Pflanzenwurzeln gebracht. In Symbiose liefern sie den Paprikapflanzen Nährstoffe und verbessern deren Abwehrkräfte gegen Schaderreger.

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Über der Erde setzt Alois beim Pflanzenschutz ausschließlich auf Nützlinge: Gallmücken, Schlupfwespen, Florfliegen, Erzwespen oder Raubmilben gegen Blattläuse, Spinnmilben, Thripse oder Schmetterlingeier, die gerade einem Biogemüsebauern das Leben schwer machen können. Die kleinen Helfer „engagiert“, also kauft Alois bei der Wiener Firma „Biohelp“, die sich auf die Zucht von Nützlingen für den Gemüsebau spezialisiert hat. Um damit Erfolg zu haben, züchtet Alois aber auch selbst auf Gerste und Hafer Blattläuse. Der Biobauer erklärt mir die gefinkelte Strategie, dass Getreideblattläuse nicht auf Paprika gingen, aber für die in kleinen Mengen zugekauften Nützlinge ein gefundenes Fressen seien, und diese vermehren sich rasch. Wenn später die unerwünschten Paprika-Blattläuse auftreten, haben diese gegen seine Nützlingsschar keine Chance mehr. Morgen gibt es noch einige Infos über Alois’ Paprika-Vorlieben

Video vom Bio-Paprika-Bauern

Dieses Video hat unser Video-Team beim Besuch bei Alois Posch aufgenommen:

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Schweißtreibende Arbeiten

Es war bereits brütend heiß, als ich mit Alois um 9 Uhr früh seine Folientunnel inspizierte. Bereits um 5 Uhr früh hat für Alois und seine 22 Helfer, allesamt tüchtige — und natürlich auch angemeldete - Erntearbeiter aus dem benachbarten Slowenien, die tägliche Pflückarbeit der diversen Früchte begonnen.

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Bei diesen Temperaturen eine schweißtreibende Knochenarbeit! In den Tunneln hat es mehr als 40 °C, und trotz teils hoch gerollter Seitenwände regt sich kein Lüftchen. Den Pflanzen aber gefällt es. Zwischen üppigem Grün leuchten die heranreifenden Schoten, länglich spitz oder füllig rund, hervor. 14 verschiedene, teils fast schon vergessene Sorten an Paprika wachsen hier unter der ständigen Beobachtung durch Alois. Mit klingenden oder auch kaum bekannten Namen: Cornetto, Mustafa, Glockenpaprika, Sweet Chocolate, Dulce Italiano und und und.

Bei einigen verrät schon der Name die einstige Herkunft aus Ungarn: Pusztagold, Korosko, Pilunca oder Ferenc Tender. Dass es diese Sorten hierzulande gibt, ist dem Verein „Arche Noah“ bei Langenlois zu verdanken, der sich dem Erhalt alter Kulturpflanzen verschrieben hat. Dort hat auch Alois seine Sorten gefunden. Sie werden von speziellen Bio-Saatzuchtbetrieben vermehrt, erzählt er mir. Die Ernte der Kleinst-Tomaten und Paprika dauert bis etwa 10 Uhr, dann werden die Früchte sofort in die Verkaufstassen verpackt, speziell für MERKUR auch mehrere Sorten als „Raritäten-Mix“.

Richtig hektisch wird es am frühen Nachmittag um 14 Uhr. Dann trudeln nämlich die Bestellungen aus insgesamt sieben Frischdienst-Lagern in ganz Österreich bei Alois Posch ein. Übersteigt die Nachfrage das vorbereitete Angebot, dann muss rasch nachgepackt werden. Da drängt dann oft die Zeit, schließlich liefert Alois die frische Ware jeden Tag persönlich mit seinem Klein-LKW an die Steirerfrucht in Wollsdorf, wo sie am frühen Abend an Billa und Merkur verteilt wird. Überwiegend abends kommt die umfangreiche Büroarbeit hinzu. Die Logistik vom Feld bis ins Verteilzentrum erfordert Managerqualitäten von früh bis spät.

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Neben seinen emsigen Mitarbeitern aus Slowenien hat Alois noch ein ganzes Heer an nützlichen Helfern — mehr darüber erzähle ich gerne morgen.

Alois produziert mit einer Heerschar an Helfern scharfe Sachen

Alois Posch gehört zu den besonders imponierenden Ja! Natürlich-Lieferanten. Gemeinsam mit seiner Frau Monika und den drei Kindern Laura, Valentin und Hanna lebt er in Donnersdorf nahe Bad Radkersburg, Bezirk Leibnitz.

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Unweit hinter dem Dorf, trennt die Mur Österreich vom nahen Slowenien. 22 Hektar groß ist sein Betrieb, den er seit 2001 biologisch führt, mit Biohennen samt eigener Futtererzeugung auf den Feldern sowie mit mittlerweile drei Hektar Kirschtomaten, sowie rund einem Dutzend verschiedener Paprikasorten - er spricht eher von Pfefferoni - zumeist unter Folientunneln. Auf die roten Früchtchen, von fruchtig-süßlich über knackig-aromatisch bis herzhaft scharf im Geschmack, gekommen ist er über seinen Freund und Biobauernkollegen Erwin Binder, der ihm stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Der Umstieg auf Bio bedeutete nämlich das Ende für die früher dominierende Saatmaisproduktion. Eine interessante Alternative musste her.

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Den Einstieg in den durchaus mit vielen Risiken behafteten Biogemüsebau schaffte Alois vor gut drei Jahren mit dem Anbau von Cherrytomaten. Nur mit hofeigenem Hühnermist und Totalverzicht auf chemische Spritzmittel sowie natürlich in Erde und nicht auf Substrat aufgezogen, lieferte er seine Früchte — lose oder mit Rispe alsbald an Ja! Natürlich. Gemüsebau sei für ihn eine Herzensangelegenheit, das mache er einfach gerne, nennt mir der Quereinsteiger einen seiner wichtigsten Erfolgsfaktoren. Schon als Kind habe er im Gemüsegarten seiner Mama am liebsten „Biobauer“ gespielt.

Aber Freude und Begeisterung allein genügen längst nicht, um in der Haupterntezeit wöchentlich bis zu 40.000 (!) Tassen allein an Kirschtomaten abzuliefern. Unternehmergeist war angesagt, erforderte der neue Betriebszweig doch auch die Anschaffung mehrerer teurer Folientunnel oder die zeitintensive Beschäftigung mit Fachliteratur und eigenen Versuchen.

Morgen werde ich darüber berichten, wie Alois seine Biopaprika-Vielfalt pflegt und vermarktet.

Zu Besuch bei Alois Posch, Biobauer von Paprikaspezialitäten

Dass Biobauern längst neben der Liebe zur Natur und einer gehörigen Portion Fachwissen auch über umfangreiche Managementqualitäten verfügen (müssen), zeigte sich vor kurzem einmal mehr bei meinem Besuch am Betrieb von Alois Posch. Der junge Familienvater, 36 Jahre alt, hat sich mit Biogemüse, konkret Cherrytomaten und Paprika, ein florierendes Betriebsstandbein aufgebaut. Mich haben diesmal besonders seine Paprikararitäten interessiert und fasziniert.

In den nächsten Tagen werde ich darüber berichten, wie Alois seine Biopaprika-Vielfalt pflegt und vermarktet, wie nützliche Helfer über und unter der Erde das Gemüse schädlingsfrei halten und welche Paprika-Vorlieben Alois hat.

Weitere Infos: Alles zu den Bio-Paprika von Ja! Natürlich finden Sie hier!


     
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