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Vom Bio-Bauern ins Regal – das ist das Motto der Neuauflage unseres Ja! Natürlich Weblogs!
Begleiten Sie in den nächsten Wochen und Monaten unser Team, und seien Sie bei den einzelnen Produktionsschritten von Brot, Milch und vielen anderen Ja! Natürlich Produkten hautnah dabei!

Biobauer aus Überzeugung

Jims Stellvertreter im Bioverein ist Tim Oliver. Sein Betrieb umfasst 11 Hektar mit bis zu 25 Jahre alten Bio-Kiwihainen. Gute Kiwistöcke können übrigens über 50 Jahre alt werden! Bio betreibt Tim seit 15 Jahren, mit drei fix Angestellten und vier Lohnarbeitern. Auch er weiß aus Erfahrung: “Das Entscheidende ist ein guter Boden und ein funktionierendes biologisches Mikrosystem im Boden”.

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Bild: Dieser Kiwistock verspricht reiche Ernte

Tim erklärte mir die Gliederung einer typischen Kiwiplantage: Den gesamten Hain nennt man “Orchard”, dieser unterteilt sich in einzelne “Blocks”. “Maturity Levels” oft über mehrere Blocks hinweg weisen Flächen aus, in denen die Früchte etwa die gleichen Wachstumsbedingungen je nach Bodenstruktur, Seehöhe oder Kleinklima vorfinden. In diesen Arealen werden die Früchte auch stets gemeinsam geerntet.

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Bild: Voller Stolz spricht Tim Oliver (li.) über seine Bio-Kiwis

Die Gro Plus Ltd. in Te Puke betreut insgesamt 500 Hektar Kiwihaine, 10 Prozent davon biologisch kultiviert. Dort erhalten Biobauern wie auch die Packhäuser durch ein eigenes Wissenschaftlerteam und so genannten “Orchard-Managern” Beratung und Service beim Umstieg auf Bio, in Fragen des Sortenwechsels, Nützlingseinsatz, etc. Auch Forschung wird betrieben, derzeit arbeitet man intensiv an der Verbesserung der männlichen Pollen — ein wichtiger Qualitätsfaktor in der Kiwiproduktion.

Kontrolliert werden die Kiwibauern von Ja! Natürlich auch von AgFirst. Dieses Qualitätslabor zieht speziell vor der Ernte 90 Früchte pro Orchard sowie Blattproben und prüft mit speziellen Tests den Reifezustand, Rückstandsfreiheit und vieles mehr. Bei Apata, einem reinen Biofrüchte-Packhaus in Tauranga, zeigt mir Glen nochmals die Lagerhaltung. Am Anfang rund 12 Stunden lang bei -18° C “schockgekühlt” lagern dort in der Hochsaison bis zu 1 Million “Trays” voll mit Kiwis bei genau 0° C bis zur Auslieferung.

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Bild: Das Biofrüchte-Packhaus Apata

Doug Espin ist der letzte Biobauer, den wir besuchen. Er bewirtschaftet seine Kiwihaine seit 11 Jahren chemiefrei und ist überzeugt: “Bio steigert nicht nur die Lebensqualität — wir wohnen ja schließlich unmittelbar neben unseren Hainen. Biolandbau zu betreiben ist auch spannender.” Um seine Kiwiflächen vor den Spritzmitteln seiner konventionell wirtschaftenden Nachbarn zu schützen, hat er an seinen Grenzen viele neue Bäume gesetzt, auch als Windschutz. Außerdem leben dort auch viele Nützlinge für seine Kulturen.

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Bild: Doug Espin mit seiner Frau

Für die lange Rückreise packt mir Doug noch einige Früchte ein. Besonders lecker: Seine “Gold”-Kiwis. Diese Neuzüchtung gibt es seit 1998 und ist anders als die bekannte Kiwifrucht mit filziger Schale und grünem Fruchtfleisch. “Gold”-Kiwis sind eine gelbfleischige Sorte mit glatter, unbehaarter Schale. Ihr Geschmack: honig-süß, mit exotischer Note und weniger Säure. Dafür ist ihr Vitamin-C-Gehalt fast doppelt so hoch wie bei den grünfleischigen Früchten. Gerade die richtigen Fitmacher also für den langen Rückflug in die Heimat.

Weitere Infos: Alles zum Thema Bio-Kiwi von Ja! Natürlich finden Sie hier!

Die Kiwi-Gesundheitsformel

Im Packhaus von Trevelyan’s tummeln sich während der Haupternte bis zu 1.000 Beschäftigte. Zumeist sind es fremde Erntehelfer aus Indien oder Thailand, einheimische Maoris, aber auch zumeist junge “Erntetouristen” aus Europa, die sich vorübergehend Geld für ihren Trip durch das Land verdienen, erzählt mir Debbi Robinson: “Wir haben eine enge Verbindung zu unseren Kiwifarmern und helfen ihnen auch bei der Organisation der Ernte.”

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Bild: Arbeit bei Trevelyan’s

Vor der Ernte muss für jede Kiwifarm eine “Clearance to Harvest”, also eine Erntefreigabe, ausgestellt werden. Basis dafür sind die Reife der Früchte, festgestellt mit verschiedenen Reifechecks, vollständige wie einwandfreie Spritz-Tagebücher sowie diverse - natürlich negative - Labortests von Blatt- und Bodenproben.

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Bild: Auch der Boden muss einwandfrei sein

Vor dem Abpacken der Früchte folgt später die “Clearance to Pack”. Damit wird die einwandfreie Arbeit im Packhaus samt Lagerkontrolle und Qualitätssicherung bescheinigt. Die Versandbehälter, je 360 kg schwere “Pins”, sind mit EAN-Codes versehen. Die Nachvollziehbarkeit der Früchte ist damit bis in einzelne Kiwihainabschnitte dokumentiert, erläutert Debbi.

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Bild: Alles perfekt gekennzeichnet

“Genug gesehen von der imposanten Logistik rund um die Kiwis, ich will zu den Produzenten”, sage ich zu Glen. Der fährt mich zum ersten Betrieb der Familie Schultz. Mr. Schultz ist seit 1981 Kiwibauer, seit 1995 produziert er biologisch. Er besitzt 5 Hektar Kiwihaine, die er mit zwei Mitarbeitern kultiviert. Während der Ernte arbeiten auch in seiner Plantage 30 Helfer von Trevelyan’s.

Schultz setzt auf zwei Sorten: Hayward-Kiwis und Gold-Kiwis. Ein wichtiger Qualitätsparameter neben der Größe, Form und Farbe der Früchte ist die Zahl der schwarzen Samen oder “Seed Counts” im Fruchtfleisch, wobei bei Hayward-Kiwis mindestens 1.200, bei Gold gut die Hälfte vorgeschrieben sind. Frühreifende Sorten, “Early Fruit”, sind besonders begehrt und werden auch besser bezahlt.

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Bild: Kontrolle im Kiwihain von Mr. Schultz (li.)

Bevor Zespri-Bauern ihre Kiwis als zertifizierte “Zespri organic”-Früchte verkaufen dürfen, müssen sie mindestens drei aufeinanderfolgende Jahre Bio-Anbau nach den vorgeschriebenen Bio-Richtlinien praktiziert haben. Chemisch-synthetische Dünger und Spritzmittel sind dabei klarerweise tabu. Stattdessen werden nützliche Mikroorganismen und Insekten gefördert, etwa der “Ladybird”, bei uns bekannt als Marienkäfer, ein wichtiger Nützling auch im biologischen Weinbau. Außerdem braucht man Spinnen, Schlupfwespen, Ohrwürmer und Würmer im Boden. Sie alle halten Schädlinge - wie etwa Wickler-Raupen oder Blattläuse - in Schach.

Den Bienenflug fördert man zur Bestäubung. Gegen Pilze gibt es biologische Öle, zwischen die Kiwipflanzen wird Kompost gestreut und dazu kommt der Dung jener Schafe, die auch in den Kiwihainen weiden dürfen. Bestes Mittel gegen die gefürchteten Krankheiten Sclerotinia und Amalleria seien gesunde Böden mit ausreichend Nährstoffen, so der Kiwibauer.

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Bild: So sehen gesunde Gold-Kiwis aus!

Wir fahren weiter zur Farm von Jim und Danusia Matthews. Jim ist Präsident der “Organic Kiwifruit Grower Association”, also der Vereinigung neuseeländischer Bio-Kiwibauern, und gilt als ein Vordenker in der Kiwibranche. Knapp 7 Hektar Kiwihaine gehören ihm, alle biologisch und das seit 8 Jahren.

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Bild: Jim und Danusia Matthews

Warum er auf Bio umgestellt hat? “Ich bin zur Überzeugung gekommen, dass es auch noch andere Möglichkeiten geben muss als die Natur zu bekämpfen — nämlich mit ihr zusammenzuarbeiten.” Für Jim gilt seither das Motto “Healthy Soil –> Healthy fruit –> Healthy food –> Healthy people”, also “Gesunder Boden — gesunde Früchte — gesunde Nahrung — gesunde Menschen.” Dass er trotz Umstellung auf extensiven Kiwianbau seinen früheren Verdienst zumindest halten konnte, bestätigt ihm zudem, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Morgen folgt der letzte Teil meiner Recherche-Reise ins Land der Kiwis.

Transparenz in allen Arbeitsschritten

Wer nach Neuseeland reist, fliegt zumindest einmal um den Erdball — egal ob gen Osten via Asien und Australien oder Richtung Westen mit Zwischenstopp in den USA und von dort direkt nach Auckland auf der Nordinsel Neuseelands. Reine Flugzeit ab Europa: rund 24 Stunden. Direkt vom Flughafen fahre ich durch üppiges Farmland mit viel Obst und Gemüse in die Region Bay of Plenty, mit seinem milden, sonnigen Klima das Hauptanbaugebiet für Kiwis — neben Milch, Wein, Äpfeln oder Lammfleisch dem sicher berühmtesten Exportartikel des Landes.

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Bild: Kiwihain von oben

Die Stadt Te Puke ist das Zentrum der neuseeländischen Kiwiproduktion. Hier, mitten im “Kiwifruit Country”, erfährt man alles über die borstig behaarten wie saftig grünen Früchtchen. Von den weltweit rund 4.500 Kiwibauern leben 2.700 im Land der Maoris. 1904 gelangten Kiwisamen erstmals - vermutlich aus China - auf die Insel. Aus ihnen wurden später die heute bekannten Sorten entwickelt. Die Sorte “Hayward” ist die beliebteste und leistungsfähigste Sorte, deshalb auch die bedeutendste für den Export. Benannt wurde die Kiwi-Frucht übrigens nach dem flugunfähigen Kiwi-Vogel, Neuseelands putzigem wie scheuem Wappentier.

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Bild: Überdimensionaler Kiwi-Vogel

Ich treffe mich mit Glen Arrowsmith, Biomanager bei Zespri International Ltd. Die internationale Marketingorganisation für Kiwis vertreibt jedes Jahr 100 Millionen Trays, also rund 360.000 Tonnen Kiwis unter der gleichnamigen Marke. Darunter auch die Früchte von rund 150 rein ökologisch wirtschaftenden Kiwiproduzenten. Überwacht und zertifiziert werden diese von “Bio-Gro”, einer akkreditierten unabhängigen Kontrollfirma. Darüber hinaus werden die “Globalgap-Richtlinien” für frisches Obst und Gemüse eingehalten.

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Bild: Glen Arrowsmith (li.) und ich vor der Zespri-Zentrale

Zespri investiert jedes Jahr viel Geld in Forschung und Qualitätsverbesserung, in neue Kiwi-Sorten und auch in biologische Produktionsmethoden. Mit Glen besuche ich das Packhaus Trevelyan’s und treffe dort Debbi Robinson. Hier erfolgt unmittelbar nach der Ernte der Früchte - von Juni bis Dezember, also im Winter und Frühling auf der südlichen Halbkugel - die klare Trennung zwischen Biokiwis und Nicht-Bioware beim Abpacken und davor bei der Lagerung.

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Bild: Bio-Kiwis in Reih und Glied

Auf jedem einzelnen Karton findet man Angaben, von welchem Bauern die Früchte geerntet wurden und aus welcher Lieferung sie stammen. So kann die komplette Produktionskette verfolgt und Bio-Qualität sowie Transparenz garantiert werden. Später, bei ihrer Ankunft in Europa, werden die Kiwis in Antwerpen, Belgien (dort sitzt das europäische Tochterunternehmen von Zespri), erneut durch “Blik” geprüft und zertifiziert. “Blik” ist ein akkreditiertes Kontrollgremium der EU. Welche Auflagen die Bio-Kiwibauern zu beachten haben, darüber mehr in meinem Bericht morgen.

Besuch bei den “Kiwis”

Kiwis sind nicht nur reinste Mineralien- und Vitaminbomben, sondern gehören auch zu jenen gefragten Früchten, die leider nicht in Österreich gedeihen. Unsere Bio-Kiwis von “Ja! Natürlich” stammen aus dem fernen Neuseeland. Die ursprünglich aus Asien stammende Frucht wird dort seit den 1930er Jahren in großem Stil kultiviert und seit nunmehr gut 40 Jahren in alle Welt und auch bis nach Europa exportiert. Seit den 1990er Jahren haben sich immer mehr Kiwibauern mit Erfolg dem “Organic farming” verschrieben. Mein Kollege Reinhard Koth, Produktmanager für den Bereich Obst und Gemüse, hat einige von ihnen besucht. Ab morgen folgt sein spannender Bericht von der anderen Seite des Globus.

Weitere Infos: Alles zum Thema Bio-Kiwi von Ja! Natürlich finden Sie hier!


     
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