
Als junge Mutter von zwei kleinen Kindern, Bernhard (7) und Sophie (4), sind Christine die Themen „Gesunde Ernährung“ und „Natürliche Umwelt“ ein besonderes Anliegen. Deshalb engagiert sie sich mit anderen Biobäuerinnen auch als „Bioinfobäuerin“ im Verband Bio Austria. „Wir möchten Kindern und Erwachsenen wieder Lust auf gesunde Ernährung machen, in Schulstunden und bei Workshops, mit Vorträgen auf Elternabenden, auf der Gesundheitsmesse im Wiener Rathaus oder wie vor kurzem bei einem „Bio-Catering“ zum Internationalen Frauentag im Ministerium für Frauen “, zählt die gelernte Marketing-Fachfrau einige ihrer Aktivitäten auf. Auch am eigenen Hof können sich Schulen oder interessierte Gruppen gegen Voranmeldung genau umschauen. Zudem stellt sie ihr praktisches Wissen immer wieder auch im Rahmen von Produkt-Verkostungen bei Billa und Merkur (mit Schwerpunkten je nach Saison) zur Verfügung. „Wir geben direkt in den Filialen Informationen zu unseren Produkten und nützliches Wissen aus dem Biolandbau an die Konsumenten weiter.“
Damit wollen die Biobäuerinnen den Supermarkt-Kunden nicht nur vermitteln, wie gut Bio schmeckt, sondern so manchem auch die Skepsis nehmen. Christine Michaeler: „Im persönlichen Gespräch geht das immer noch am besten. Es ist mir einfach ein Bedürfnis, meine Arbeit auch zu zeigen und zu vermitteln, was alles dahinter steckt. Die Leute wollen sehen, wie wir Biobauern produzieren und sind oft ganz erstaunt, welche Logistik auch hinter alldem steckt. Immerhin wissen wir genau, welche Erdäpfel oder Zwiebeln von welchem Feld stammen, wann und wo diese geerntet wurden. Diese Nachvollziehbarkeit schafft gleichzeitig auch viel an Vertrauen.“
Schon mal daran gedacht, den Beruf zu wechseln? „Nein“, sagt Christine, die vor allem die damit verbundene Selbständigkeit besonders schätzt: „Mein Beruf lässt sich sehr gut mit meiner Familie vereinbaren. Ich kann mir meine Zeit trotz saisonaler Arbeitsspitzen gut frei einteilen Und es redet keiner drein.“ Von den Konsumenten wünscht sie sich „mehr Bewusstsein darüber, wie wichtig es ist, was sie essen. Gerade Schulkinder bekommen oft keine gesunde Jause mehr, sondern nur ungesunde, weil zu süße oder zu fette Snacks.“ Ob sie auch selbst Bioprodukte einkauft, frage ich Christine am Ende unseres Rundganges. Die Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: „Ja! Natürlich.“
Mit einigen Erdäpfel- und Zwiebelproben aus der Lagerhalle in Händen, die ich für unser Labor gezogen habe, verabschiede ich mich von der unserer beherzten Biobäuerin. Am Rückweg in die Ja! Natürlich Zentrale mache ich noch kurz einen Zwischenstopp bei der EOM in Raasdorf. Hier, am östlichen Stadtrand von Wien, werden die Erdäpfel und Zwiebeln für Ja! Natürlich aus dem Weinviertel in Kleinstmengen abgepackt und mittels Kühl-LKW in die Filialen der Handelsketten gebracht. Klar, dass auch die Sortierarbeiten in dieser Abpackstation genau geplant und dokumentiert werden. Damit jede Knolle, jede Zwiebel der Michaelers auch in die mit deren Hofadresse versehene Packung kommen. Schließlich wollen Ja! Natürlich Kunden wissen, woher genau ihr Gemüse stammt.
Guten Tag Frau Vogel!
Vielen Dank für Ihren Kommentar, den ich natürlich gerne beantworte.
Ja! Natürlich ist sich der Herkunftsproblematik sehr wohl bewußt. Wir versuchen in allen Bereichen möglichst Produkte von österreichischen Landwirten zu beziehen. Leider ist es uns beim Knoblauch noch nicht gelungen eine ganzjährige Versorgung aus Österreich zu bekommen. Unser Landwirt Herr Artner vergrößert aber jährlich seine Anbaufläche. Aktuell gibt es von August bis ca. Februar Knoblauch aus Österreich. Die übrige Zeit liefern wir kontrollierte Ware von einem spanischen Bio Produzenten, den wir regelmäßig besuchen. Bei diesen Vor Ort Kontrollen ziehen wir am Feld Proben und lassen diese in einem österreichischen Labor auf verbotene Pflanzenschutzmittel untersuchen. Chinesische Ware würde für Ja! Natürlich auf keinen Fall in Frage kommen.
mit freundlichen Grüßen,
Christina Angerer
24. Mrz 2009 - Vogel Barbara schreibt
Ich wollte am 19.3.2009 Knoblauch bei der Billafiliale in 2294 Marchegg kaufen. Es wurde angeboten: Ja natürlich Knoblauch aus Spanien, was mir unerklärlich ist. Weiters gab es noch Chinaknoblauch. Ich bin nicht bereit, Waren aus Spanien, die mit Pestiziden verseucht sind, zu kaufen. Weiters möchte ich ein Produkt, welches durchaus in Österreich produziet wird, nicht aus dem fernen China kaufen (man bedenke die Transportkosten bzw. Umweltbelastung).