
Mitten im Kühllager zeigt mir Christine nicht nur die neuen Saaterdäpfel sowie die Zwiebelstecklinge, welche in den nächsten Tagen und Wochen ringsum auf den Feldern ausgepflanzt werden. Am anderen Ende der Halle stehen noch einige Holzkisten mit mehligen Erdäpfelsorten - der letzte Rest aus der Ernte 2008 – die ebenfalls in den kommenden Wochen das Lager räumen werden. Um Knollenkrankheiten oder Schäden durch Fraßschädlinge wie Drahtwürmer möglichst hintan zuhalten, werden die Erdäpfel – anders als früher - heute bereits so zeitig wie möglich im August aus dem Acker geholt. Gut gekühlt stimmt so auch nach Monaten noch die Qualität.
„Der Bau dieser teuren Halle samt High-Tech-Kühlung als Lagerplatz für ihr Gemüse war für den aufstrebenden Biobetrieb eine wichtige Investition für die Zukunft. „Die Auflagen an so ein Bio-Lager sind enorm,“ weiß Christine, „wegen möglicher Kontaminierung kann man auch keine älteren Gebäude als Lagerraum für Bioprodukte verwenden. Oft finden sich dort selbst in Betonwänden nach Jahren noch Spuren von Spritz- oder Konservierungsmitteln. Wir mussten auch alle unsere Holzlagerkisten erneuern.“
Die Kontrollen sind streng: „Unser Betrieb ist auch nach GLOBALGAP und Bio Austria-Richtlinien zertifiziert.“ Das heißt, der Biohof der Michaelers unterliegt nicht nur den strengen Biokontrollen, sondern auch zusätzlichen Auflagen für noch mehr Qualität auch im Hinblick auf gute landwirtschaftliche Praxis wie Umweltschutz oder Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz. „Generell werden wir bis zu drei Mal pro Jahr kontrolliert, und das zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten. Geprüft wird stichprobenartig am Feld, etwa auf Rückstände von nicht erlaubten Pflanzenschutzmitteln, dazu alle Aufzeichnungen am Betrieb und im Lager, unsere Abrechungen und vieles mehr.
All das kann zwar auch lästig sein, weil solche unangemeldete Prüfung oft während der Arbeitsspitzen in der Hauptsaison oder wie zuletzt auch zwei Tage vor dem Heiligen Abend stattfinden können. Dennoch finde ich Kontrollen durch unabhängige Prüfer für enorm wichtig und gut. Alles andere wäre ja auch nicht glaubwürdig,“ zeigt Christine Verständnis für die strenge Agrarbürokratie im Sinne der Konsumenten.
Am Montag berichte ich noch von Christines Engagement als „Bio-Infobäuerin“.